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Made in Ganderkesee

Delmenhorster Kreisblatt, von Niklas Golitschek

Sven Freese und Lukas Bäcker führen die Meyer Brandschutz-Elektro gemeinsam (Bild: Niklas Golitschek).

Ganderkesee. Die Firmenchronik ist inzwischen prall gefüllt. In mehr als 40 Jahren hat sich die Meyer Technik Unternehmensgruppe aus Ganderkesee von einem Garagen-Elektrobetrieb zu einer breit aufgestellten Firma entwickelt, um die Komplettsanierungen von Gebäuden durchzuführen und gesamte Produktionsanlagen zu realisieren - von der Planung bis zur Umsetzung.

Das Herzstück der Gruppe bildet nach wie vor die Brandschutz-Elektrosparte mit rund 140 Mitarbeitern. Als Firmengründer Harald Meyer in den 1980er Jahren die Möglichkeit bekam, auch Brandschutzprodukte zu vertreiben, nahm er sich neben der Schadstoffsanierung auch diesem Bereich an, rekapituliert Sven Freese, einer der beiden heutigen Geschäftsführer. ,,Brandschutz selbst ist kein Lehrberuf", erklärt er. Entsprechend gebe es mehrere Anbieter in diesem Bereich. Die Ganderkeseer zeichne jedoch aus, dass sie Schulungen belegten, um diese Produkte auch einzubauen; zumal sie immer wieder Sonderlösungen für komplexere Aufträge parat habe.

Um auf alle Kundenwünsche vorbereitet zu sein, setzt Harald Meyer Brandschutz-Elektro deshalb auf Fachkräfte aus verschiedenen Gewerken, zählt Freese auf: Maurer, Tischler, Zimmerer, Metallbauer. ,,Jeder hat dann seinen Schwerpunkt", führt er aus. Denn der Brandschutz in Gebäuden betreffe verschiedene Bereiche, bei Meyer seien die Bereiche gebündelt. Als Beispiel führt Freeses Kollege Lukas Bäcker die Media-Markt-Pyramide in Oldenburg an. Die Architektur des Gebäudes habe zunächst Probleme beim Brandschutz bereitet. ,,Wir haben uns überlegt, wie man sie bauen kann, dass sie praktisch und normgerecht ist", führt er aus. Priorität habe dabei immer, dass die Menschen im Ernstfall sicher aus dem Gebäude kämen, außerdem sollte der Sachschutz berücksichtigt werden. Das Unternehmen habe dann ein Konzept erarbeitet und später umgesetzt, das in die Genehmigung mit einbezogen worden sei, ergänzt Freese: ,,Das machen nicht viele."

Mit der Kompetenz, alle Leistungen aus einer Hand anzubieten, habe sich die Harald Meyer Brandschutz-Elektro nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet, sondern nehme auch eine Vorreiterrolle ein, sagt Bäcker: ,,Wir waren in der Region einer der ersten, der sich fachgerecht mit dem gebäudetechnischen Brandschutz beschäftigt hat." 

Weil mit den Jahren die Unfallverhütung immer mehr an Bedeutung gewann, stieg an der Straßenmeisterei in Ganderkesee die Nachfrage. Unter anderem mit der Deutschen Post und der Telekom pflege das Unternehmen gute Geschäftsbeziehungen, beim Hamburger Elbtunnel war die Harald Meyer Brandschutz-Elektro GmbH im Jahr 2000 für den Brandschutz in der vierten Röhrte verantwortlich. ,,Das war ein Vorzeigeprojekt", erinnert sich Freese. Inzwischen biete die Harald Meyer Brandschutz-Elektro sogar Herstellerschulungen an und bringe sie mit den Kunden in Kontakt. 

Nach einer zwischenzeitlichen Schwächephase sehen die beiden Geschäftsführer auch bei der Photovoltaik-Technik eine wieder deutlich steigende Nachfrage. Hier sieht Bäcker die Struktur der Unternehmensgruppe als entscheidenden Vorteil: Als die Gewinne in diesem Bereich nach der Flaute in den Jahren 2012 und 2013 auf 10 Prozent der Vorjahre eingebrochen seien, seien die Monteure nicht entlassen sondern in den Elektro-Bereich geholt worden. Nun könne ihre Expertise wieder bei der Photovoltaik genutzt werden. Hier sieht Bäcker ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal: ,,Wir können vom Modul auf dem Dach bis zum Anschluss alles machen." Andere Anbieter könnten nur bis zum Wechselrichter arbeiten und müssten dann einen Elektroinstallateur dazuholen. 

Neben der Brandschutz-Elektro-Sparte als Handwerksfirma gehören zur Unternehmensgruppe auch noch ein Automations- und ein Anlagen-Technikbetrieb für Industriekunden. ,,Im Verbund sind wir in der Lage, auf einer leeren Wiese eine Produktionsanlage zu bauen", sagt Bäcker. Mit Partnern etwa im Bereich Heizung und Sanitär ließen sich so Komplettlösungen anbieten. Um seinen guten Ruf auch in Zukunft zu halten und konkurrenzfähig zu bleiben, beschäftigt sich der Brandschutz-Elektro-Zweig bei Meyer derzeit vor allem mit der Digitalisierung. Im Fokus stehe dabei die Bauwerksdatenmodellierung (BIM), in der die Gebäude als 3D-Modell erstellt werden, um detaillierter zu planen.

Auch innerhalb der Unternehmensgruppe soll die Wertschätzung für Arbeit, Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter gewahrt bleiben. ,,Generisches und familiäres Wachstum", nennt Bäcker da als Stichworte. Bisher sei das gelungen: Rund 70 Prozent der Neueinstellungen kämen auf Empfehlung von Mitarbeitern zustande. Dass innerhalb der Belegschaft eine große Kontinuität herrscht, macht Bäcker auch an den Jubilaren fest - allein 2018 feierten sieben Mitarbeiter ihre 25- oder 30-jährige Firmenzugehörigkeit. ,,Sie bleiben nur, wenn das Umfeld stimmt", verweist er auf ein starkes Wir-Gefühl. Mit 14 Auszubildenden in diesem Jahr setze die Gruppe gleichzeitig auf den Nachwuchs. Dieses Wachstum macht sich bald auch optisch bemerkbar. Das Verwaltungsgebäude auf dem Firmengelände wird bald um ein weiteres Stockwerk erweitert. Die Firmenchronik füllt sich also noch weiter.

Quelle: https://www.noz.de/lokales-dk/ganderkesee/artikel/2110448/wie-die-harald-meyer-brandschutz-elektro-ein-vorreiter-im-brandschutz-wurde?fbclid=IwAR1wVuQNBgJRFM-rCjpMgppa9tj4ERfMRShhiwL_rIkrV_c4gzL7Tj89n9o

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